Franz Breil, Dorsten, 1964

Breil-Orgel

Foto: Laura Diering

Im hinteren Teil der Oberkirche bietet die Orgel auf ihrer Empore, zusammen mit den Faltwerkwänden und der in Trapezformen gemusterten Holzdecke, einen außergewöhnlichen Anblick.
Das Instrument wurde 1964, drei Jahre nach der Kirchweihe, von Franz Breil in Dorsten gebaut und ist im Originalzustand erhalten.
Die viermanualige Orgel verfügt über 42 elektrisch gesteuerte Register und mechanische Tonsteuerung mit elektrischen Koppeln. Besondere Beachtung innerhalb der Fachwelt fanden die Horizontalzungen („Spanische Trompeten“), die Breil im Gegensatz zu vielen anderen Orgelbaufirmen immer nur als geschlossenes Teil mit einem eigenen Manual baute.
Beim Einbau der Lüftungsklappen in der Decke oberhalb der Orgel kam es zu Beschädigungen des Instruments durch den Gerüstbau. Es gilt aber nach wie vor als spielbar – wenn auch mit Einschränkungen.
Beim Day of Song am 30.6.2018 nutzte ein junger Organist die Breil-Orgel zur Begleitung der „Ode an die Freude“, des Schlusschors der 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven, dargeboten durch einen großen Chor neuapostolischer Christen.

Literatur:
Pollok, Stephan: Orgelbewegung und Neobarock im Ruhrgebiet zwischen 1948 und 1965, Bochum 2007 [Phil. Diss.], abgerufen unter
http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/PollokStephan/diss.pdf (19.02.2019)