von Marie-Thérès Lanoa (1887 – 1967)

aus der Vatikankirche, Expo Brüssel1958, Sakramentskapelle Firmung

19 Wandmosaik Pfingstwunder

Foto: Max Schulz 2019

Das Pfingstwunder (Apostelgeschichte 2, 2-4)

Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

Das Wunder von Pfingsten ist in hoher Abstraktheit mehr geheimnisvoll angedeutet als dargestellt. Man erkennt unten eine Art Teppich aus bunten Vierecken, Dreiecken und Rauten. Darüber steht auf einem Podest eine bunte, gleichsam zusammengewürfelte Gruppe von stark stilisierten Menschen, eng nebeneinander, einander und den Betrachtenden zugewandt. Oben schweben vor hellgrauem Hintergrund gelbe elliptisch blattförmige Formen, wohl als Feuerzungen zu denken.
Das Mosaik besteht aus kleinsten quadratischen Keramiksteinchen. Die Muster verfeinern sich von unten nach oben, sind weniger streng geometrisch geformt. Es herrschen zarte Pastellfarben vor. Außer Grün- und Brauntönen sticht die Verwendung von Gelb hervor. Das konventionelle Pfingstrot ist zu Altrosa verblasst.
Agnès Rosenstiehl, die Enkelin der Künstlerin, erkennt in dem Mosaik „sowohl die erfahrene Keramikerin an den Zwängen, die sie respektiert und die das Ensemble bilden, als auch die Malerin, die Marie-Thérèse Lanoa vor allem war: Malerin der Natur, die sie in diese Welten von Grün und Schatten mit dem Glanz der Sonne führte: Hier sind die Sonnenstrahlen die Flammen, die kommen, um die versammelten Apostel, die sich einvernehmlich einander zuneigen, zu inspirieren und sie alle Sprachen der Welt zu lehren.“ (Email vom 13.04.2019, übersetzt)

Die Künstlerin aus der Pariser Region malte weit über 600 Ölgemälde, Aquarelle, Gouachen, schuf auch zahlreiche Keramikbilder u.a., viele davon sind Landschaftsbilder. Zuletzt wurde ihr 2016 eine Ausstellung in der Stadt Yerres südöstlich von Paris gewidmet, die unter dem Titel „l’Hymne à la rivière“ (Hymne an den Fluss) ihre Arbeiten aus fünf Jahrzehnten über die Yerres, einen Nebenfluss der Seine zeigte. Sie war die Mutter von Gisèle Pinsard geb. Favre, von der zwei Werke in der Liebfrauenkirche zu finden sind (Juwel 07 „Krankensalbung“ und Juwel 18 „Pfingstwunder“).