von Kurt Schwippert (1903 - 1983)

Hauptaltar der Vatikankirche, Expo Brüssel 1958

Altar mit Tabernakel

Altar mit Tabernakel, 1960er Jahre, Foto: Bernd Kirtz

Immer schon und bis heute richtet sich der Blick der die Kirche Besuchenden, wenn er die gesamte Oberkirche erfasst, auf den monumentalen, blockhaften Altar (im Bild noch vor dem II. Vaticanum mit Tabernakel), der vor der geraden dunklen Chorwand unter einem Baldachin stehend den Chorraum beherrscht, den geistigen Mittelpunkt der Kirche. Der Tisch besteht aus geschliffenem Belgisch Granit. Er ist ringsum mit acht bronzenen Relieftafeln (Antependien) verkleidet. Alle nehmen Bezug auf die heilige Messe, die am Altar gefeiert wird.

Bronzereliefs Vorderseite

Altartisch – Bronzereliefs der Vorderseite. Fotos: Max Schulz 2019

Die drei Tafeln auf der Vorderseite zeigen
Links: Widder und Altarrost – das Bild steht für Abrahams Opferung Isaaks;
in der Mitte: zwei Hände und fünf Krüge - für das Opfer des Melchisedech;
rechts: einen Tisch mit Lamm und Feuer - für das Opfer Abels.

Bronzereliefs linke Seite

Altartisch – Bronzereliefs auf der linken Seite. Fotos: Max Schulz 2019

Die beiden Tafeln auf der linken Altartischseite zeigen
Links: Hand und zwei Körbe mit Brot und Fischen - für die wunderbare Brotvermehrung.
Rechts: zwei Ringe, Kanne, vier Weinkrüge - für das Weinwunder auf der Hochzeit zu Kanaa.

Bronzereliefs linke Seite

Altartisch – Bronzereliefs auf der rechten Seite. Fotos: Max Schulz 2019

Die Tafeln auf der rechten Altartischseite zeigen
Linke Tafel: siebenarmiger Leuchter, Brandaltar, Tisch, Opferschale – für Kultgeräte des Bundeszeltes.
Rechte Tafel: Hand, zwei Schalen, Brotregen - für das Manna, das Brot vom Himmel, das das Volk Israel in der Wüste ernährte.

Bronzerelief Rückseite

Altartisch, Bronzerelief auf der Rückseite. Foto: Max Schulz 2019

Tafel Rückseite: angedeutet eine Tischgemeinschaft mit Brot und Wein – für das Abendmahl, die Eucharistie.
Alle Tafeln verweisen, einzeln und als Ensemble, durch ihre Motive aus dem Alten und Neuen Testament auf die Eucharistiefeier, die im größten der Reliefs als Tischgemeinschaft dargestellt ist.

Schwippert beschränkte sich wie in anderen Auftragsarbeiten der 1950er Jahre auf knappe zeichenhafte und symbolische Formen. Ein zeitgenössischer Beobachter beurteilte sie als abstraktiv, aber dennoch verständlich und formal außerordentlich sauber. Der Künstler selbst nannte sie „verdeutlichte Bilder“, die auf das in der Kirche lebendige Geheimnis des Opfermahls hinweisen sollten.

Drei Lebensalter

Kurt Schwippert, Drei Lebensalter, 1952. Jugend: Mädchen mit Blume. Foto: Wirtschaftsbetriebe Duisburg

Sehr viele Duisburger Menschen sind schon anderenorts – selten nach Wunsch und Plan – einer Arbeit von Kurt Schwippert begegnet: Seine Skulpturen „Drei Lebensalter“ stehen auf dem Buchholzer Waldfriedhof. Sie schmückten früher - nebeneinander angebracht - die Eingangsfassade des alten Duisburger Krematoriums. Nach dessen Abriss 2001 wurden sie gegenüber den Eingängen zu den Trauerhallen Rücken an Rücken zu einer Dreiergruppe vereint aufgestellt.