Künstler unbekannt, vermutlich Ende 14. Jh.

geborgen aus der alten Liebfrauenkirche an der Brüderstraße

Pieta - Vesperbild, 14.Jh.

Foto: Bernd Kirtz

In der Unterkirche steht hinten links, sparsam angeleuchtet, auf einem Sockel, über Lichtern und Blumen, eine 110 cm hohe hölzerne Pietà, eine Darstellung Marias als Schmerzensmutter mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus. Vermutlich stammt sie aus dem späten Mittelalter und ist somit eines der ältesten Kunstwerke in Duisburger Kirchen.

Bis heute ist die Figur der Mutter Maria, die ihren toten Sohn im Schoß trägt, in der Unterkirche ein Ort des Gebets, der Verehrung, der Versunkenheit für viele Menschen.

Egon Verheyens Bau- und Kunstdenkmäler in Duisburg von 1966 beschreibt die Pietà so: „Vesperbild. Holz mit neuerer Fassung, ausgehöhlt, Rücken verschlossen, H. 1,10 m, E. 14. Jh., über dem südlichen Altar der Feierkirche. Der Leichnam Christi auf dem Schoß der Mutter, die Linke vor die Brust gelegt, die Rechte hängt herab. Maria sitzt auf einem einfachen Holzthron. Beschädigungen an der linken Hand Christi. Die Fassung ist modern übergangen. Die Gruppe soll aus Süddeutschland stammen.“ (S. 27, Abb. S. 31,32)

Verheyen schreibt, dass die Plastik im Krieg aus der brennenden alten Liebfrauenkirche gerettet, von der Gemeinde gesichert und in der neuen Kirche aufgestellt worden sei, ebenso wie weitere Teile der Ausstattung. Diese Aussage ist auch anderenorts überliefert. Vor der Umgestaltung der Oberkirche zur Kulturkirche hatte die Pietà ihren Platz auf dem Seitenaltar der Evangelienseite, im südlichen Seitenschiff.

Aktuelle Einschätzungen von Fachleuten bestätigen, dass die Pietà vermutlich in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts, etwa 1370 bis 1390 entstanden ist, so Ulrike Bergmann vom Museum Schnütgen in Köln und Frank Matthias Kammel vom Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Beides sind allerdings „Ferndiagnosen“ auf Basis der Betrachtung von Fotos.