von Karl Heinz Türk (1928 – 2001)

Relief Vertreibung aus dem Paradies von Karl Heinz Türk

Foto: Max Schulz 2019

In einem Halbrelief aus blaugrauem Belgisch Granit - im linken Eingangsbereich, nach innen rechtwinklig anschließend an das Bild der Hauptfassade - stellt Türk den dramatischen Schlusspunkt der Erzählung des Alten Testaments über den Fall des Menschen (1. Mose 3, 22-24) in einem steinernen Bild dar:

Dann sprach Gott, der HERR: Siehe, der Mensch ist wie einer von uns geworden, dass er Gut und Böse erkennt. Aber jetzt soll er nicht seine Hand ausstrecken, um auch noch vom Baum des Lebens zu nehmen, davon zu essen und ewig zu leben. Da schickte Gott, der HERR, ihn aus dem Garten Eden weg, damit er den Erdboden bearbeite, von dem er genommen war. Er vertrieb den Menschen und ließ östlich vom Garten Eden die Kerubim wohnen und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten. (1. Mose 3, 22-24)

Das Bild beherrscht der übergroße Engel mit dem Flammenschwert in der Linken. Alle Bewegung im Bild geht von links oben nach rechts unten und nach außen. Der Engel weist die nackten und beschämten Menschen von der Tür des Paradieses weg nach außen und verwehrt ihnen den Zutritt zum Baum des Lebens. Alle Wesen sind in klaren Konturen gehalten, entindividualisiert, stark symbolisch stilisiert.

Das Relief ist mit seinem Gegenstück im rechten Eingangsbereich, „Opfer Abrahams“ und mit dem Bild der Hauptfassade, „Moses im brennenden Dornbusch“ zusammen zu sehen. Es steht für den strafenden Gott, die beiden anderen stehen für den begnadenden bzw. für den sich offenbarenden Gott.

Literatur:
Fuchs, Martin [Bearb.]; Türk, Karl. H.: Bildhauer K.H. Türk: Werkbericht, Stuttgart 1988.